 | »Ich bin Diätköchin« Der Ausweis für Arbeitssuchende Entwickelt von Hesse Design © August 2004 Ein Berufsleben ist lang und der Verlust eines Arbeitsplatzes kann jeden treffen. Trotzdem wird Arbeitslosigkeit mehrheitlich als ein Makel empfunden. Eine Kündigung kommt einem gesellschaftlichen Liebesentzug gleich. Zudem ist der Begriff »arbeitslos« viel zu passiv und ohne Ausblick, als dass man ihn selbstverständlich ausspricht. Er ist einseitig, weil er nur der Sichtweise einer Versorgungsbürokratie entspricht. Aus den Augen der Entlassenen geht es nach der Überwindung des ersten Schocks um die Suche nach neuen Jobs. Mit einer prominenten Berufsbezeichnung auf der Karte weist sich der Inhaber als Fachfrau oder Fachmann aus, als Arbeitssuchender und nicht als Arbeitsloser. Keiner muss sich genieren, seine Profession auf den Tisch zu legen – im Gegenteil. Über den Beruf kommen die Menschen ins Gespräch. Und wer weiss, was sich daraus ergibt. »Aha, Sie sind Journalist?! Was war denn Ihr Ressort? Könnten Sie für mich auch eine PR-Aktion planen?« oder »Oh, Sie sind Kraftfahrer! Mein Schwager sucht gerade einen zuverlässigen Kurierfahrer.« So oder ähnlich könnte ein Smalltalk in Gang kommen, wenn man mit gezücktem Ausweis in einer Warteschlange vor dem Kino oder vor der Badeanstalt steht. Neben der Berufsbezeichnung benötigt der Ausweis noch ein Zeichen oder besser noch eine Farbe als selbstbewusstes Erkennungsmerkmal. Denn es geht bei diesem Entwurf um die Visitenkarten von Menschen, die ihren Beruf lieben. Mit Gelb wird man verwarnt. Mit Rot vom Platz gestellt und mit Blau wird man zum Montagskranken abgestempelt. So bietet sich noch Grün an. Eine sympathische und erfolgreiche Farbe, die bereits als »Greencard« für eine arbeitsreiche Zukunft und für manche große Karriere steht. Ein Magnetstreifen oder Chip macht für diese Karte heute noch keinen Sinn. Erst wenn moderne Ticketing-Systeme zum Einsatz kommen, würde es sich lohnen, die Arbeitssuchendenkarte entsprechend darauf abzustimmen. | |